Ernährung des Siberian Husky

Hier erfahren Sie alles wichtige zur Ernährung des Siberian Husky, die sich doch etwas von der Ernährung anderer Hunde unterscheidet. 

Behandelnde Themen sind:

  • Welches Futter- Trockenfutter, Nassfutter, Kochen oder Barf/Prey? 

  • Woran erkenne ich gutes Fertigfutter? 

  • Wie viel braucht mein Husky am Tag und wie oft sollte ich füttern?

  • Das Barfen nach Swanie Simon- eine kleine Einführung, Vor- und Nachteile

  • Eine kurze Anekdote zu Nahrungsergänzungsmitteln

  • Hilfe, mein Hund schlingt oder mäkelt

1) Welches Futter- Trockenfutter, Nassfutter, Kochen oder Barf/Prey? 

Der Markt ist überfüllt mit tausenden Futtersorten und Futterarten, die so toll, biologisch, vollwertig und genial sein sollen- leider sind 80% dieser Futtermittel unbrauchbar für die artgerechte Ernährung unserer Hunde. Generell muss man sich erst einmal orientieren, welche Futterarten es denn gibt: 

  • Trockenfutter

       Vorteile: gut zu lagern, geringe Futtermenge pro Portion, einfache Handhabung 

       Nachteile: gutes Trockenfutter ist teuer und bietet kaum Abwechslung für den Hund, auf Dauer ist es ohne Zahnpflege eine Garantie für

                         Zahnstein, oft ungenaue Deklaration, nur wenige Sorten bzw. Marken sind bedarfsdeckend

  • Nassfutter:

      Vorteile: gut zu lagern, man erkennt i.d.R. alle Inhaltsstoffe gut, Hunde mögen es sehr gerne, da es etwas zu beißen gibt

      Nachteile: viel Müll, für manche Menschen sehr unangenehm zu riechen, man benötigt eine hohe Futtermenge pro Portion, nur wenige

                         Sorten bzw. Marken sind bedarfsdeckend

  • Barf (Biologisch Artgerechtes Rohes Futter)

      Vorteile: man weiß genau was im Futter steckt, die Hunde fressen es sehr gerne, man kann sich das Futter für seinen Hund selbst                                             zusammenstellen, es verhindert bis zu einem gewissen Grad Zahnstein (aufgrund der Knochen und des stückigen Fleisches),

                     Befriedigung des Kaubedürfnisses des Hundes, bedarfsdeckend bei richtiger Berechnung & Portionierung

      Nachteile: teilweise hohe Kosten bei guter Futterqualität (ab 3€-7€ pro kg), Berechnen der einzelnen Komponenten, Portionieren des Futters

  • Prey (aus dem englischen für Beutetier- wie Barf, nur ausschließlich mit Fleisch)

      Vorteile: man weiß genau was im Futter steckt, die Hunde fressen es sehr gerne, man kann sich das Futter für seinen Hund selbst                                             zusammenstellen, es verhindert bis zu einem gewissen Grad Zahnstein (aufgrund der Knochen und des stückigen Fleisches),

                     Befriedigung des Kaubedürfnisses des Hundes

      Nachteile: meiner Meinung nach nicht bedarfsdeckend! teilweise hohe Kosten bei guter Futterqualität (ab 3€-7€ pro kg), Berechnen de                                         einzelnen Komponenten, Portionieren des Futters

 

  • Kochen 

      Vorteile: man weiß genau was im Futter steckt

      Nachteile: meiner Meinung nach nicht bedarfsdeckend und nicht artgerecht, da totgekocht, so gehen alle wichtigen Elemente verloren. 

All diese Futterarten haben Vor- und auch Nachteile, die gut abgewägt werden müssen. Nicht jede Futterart ist für jeden Hund geeignet. Das wichtigste ist allerdings, dass der Hund das Futter verträgt, es gerne frisst und es bedarfsdeckend ist. 

Am sinnvollsten und artgerechtesten für den Hund ist meiner Meinung nach das BARFen. Da es aber auch aufwändig ist, und nicht jedermanns Sache, ist auch das füttern eines hochwertigen Trockenfutters oder Nassfutters zu empfehlen. Aber Achtung vor Fertig-Barf! Dieses ist leider auch in 99% der Fälle nicht bedarfsdeckend und somit für die Katz. Dann lieber ein gutes Trockenfutter verwenden! 

Woran erkenne ich denn, ob mein Hund das Futter gut verträgt?

Als aller erstes schaut man da auf den Output, also wie sieht der Kot aus und wie häufig muss der Hund. 1-3x täglich ist eine sehr normale Anzahl für den Kotabsatz eines Hundes- mehr sollte das allerdings nicht sein! Dies spricht dann nämlich für eine schlechte Verwertung des Futters. Zum zweiten schaut man sich die Kotkonsistenz und Farbe an, der Kot sollte weder dünn, cremig, breiig noch brökelig oder zu volumenhaft sein. Auch eine zu helle Farbe ist kein gutes Zeichen- der Stuhl sollte braun bis dunkelbraun sein. Weißer, brökeliger Stuhl wäre z.B. der sogenannte "Knochenkot", und tritt auf, wenn der Hund zu viel Calcium in Form von Knochen aufgenommen hat, dies führt zu einer enormen Verhärtung des Stuhls und kann von Verstopfung bis hin zum Darmverschluss gehen. Auch hellbrauner, breiiger oder voluminöser Stuhl zeugt davon, dass der Hund das Futter nicht optimal verwerten kann.  

Da sich aber bei der Futterumstellung oft auch einmal in den ersten Tagen der Eingewöhnung eine Entgiftungsphase einstellen kann, die sich u.a. mit breiigem Kot oder Durchfall äußert, sollte man ein neues Futter für mind. 1 oder 2 Wochen ausprobieren. Das Auslaufen lassen des Futters und die Reduzierung des alten Futters gemischt mit dem Neuen ist daher auch sinnvoll. 

Durchfall kann aber auch von Stress kommen oder vom Fressen von Fallobst, daher ist es sinnvoll, alle ursächlichen Komponenten auszuschließen, bevor man das Futter wechselt. 

Ebenso zeugt das Erscheinungsbild des Hundes davon, ob er seine Nahrung verträgt. Ein waches Auge, schönes, seidiges Fell und feste Krallen sind untrügliche Zeichen. Ebenso ist der Körpergeruch eines Hundes ein Indiz dafür, ob er sein Futter gut verwerten kann. Der Siberian Husky besitzt von Natur aus keinen Hundegeruch, dies sollte auch so bleiben. Mundgeruch sollte ebenso wenig bis gar nicht vorhanden sein, ebenso wie Zahnstein. Zahnstein und müffeliger Geruch sind auch ein Zeichen dafür, dass man das Futter wechseln sollte. 

Ob der Hund ausreichend versorgt ist, lässt sich am besten über ein großes Blutbild darstellen, was 1x jährlich durchgeführt werden sollte. 

Woran erkenne ich, ob mein Hund sein Futter gerne frisst?

Tja, ich denke das erkennt fast jeder. Freudiges Hecheln, wedeln mit der Rute, springen, bellen und ein aufgeregter Blick zeugen davon, ob ein Hund sein Fressen gerne mag. Aber auch das Schnüffeln kurz vor dem Essen und die ersten Bissen sind entscheidend- sortiert der Hund herum oder schnüffelt ewig an dem Futter, kann dies ein Zeichen dafür sein, dass er nicht sonderlich begeistert von seinem Napf ist. 

2) Woran erkenne ich gutes fertifutter?

Was ist ein bedarfsdeckendes Futter und für was braucht man sowas? 

Wie ich oben bereits erwähnt habe, ist es enorm wichtig, ob ein Hundefutter bedarfsdeckend ist, das heißt, bietet das Futter alle wichtigen Stoffe (Vitamine, Spurenelemente etc.) um den Tagesbedarf des Hundes zu decken und einen optimalen Stoffwechsel zu gewährleisten? Auch Hunde können einen Mangel an Vitaminen oder Spurenelementen haben (dies äußert sich z.B. durch brüchige Krallen, stumpfes Fell, Mundgeruch, Über- und Untergewicht uvm.), was Krankheiten auslösen kann (v.a. Stoffwechselerkrankungen). 

Hier sind an jede Futterart etwas andere Anforderungen zu stellen, da sie unterschiedlich verarbeitet werden und durch Hitze oder andere chemische und thermische Vorgänge Vitamine und Spurenelemente verloren gehen können. 

  1. Nassfutter: Als Alleinfuttermittel deklarierte Nassfuttersorten, die ohne Zusatzstoffe sind, sind nie bedarfsdeckend - auch nicht, wenn man sie vielfältig und abwechslungsreich kombiniert! Das Nassfutter muss klar und deutlich als Alleinfuttermittel deklariert sein!

  • Steht Muskelfleisch an erster Stelle?

Muskelfleisch ist die Hauptzutat in der Fütterung des Hundes. Es enthält Proteine, Fette, Wasser, Vitamine und Mineralien und dient als Energielieferant. Du erkennst es an Bezeichnungen wie „Geflügelfleisch ohne Knochen“ oder ganz salopp „Rindfleisch“.

Ein einfaches „Pute“ kann hingegen alles vom Tier sein, sofern der Hersteller darauf nicht genauer eingeht.

Bei einigen Marken und Sorten steht auch Herz an erster Stelle. Sofern der Hund es durchfallfrei verträgt und kein Problem mit Purin hat, ist es durchaus ok, auch mal eine solche Dose zu verfüttern. Die Fütterung sollte generell aber auf „richtigem“ Muskelfleisch aufbauen, also der Skelettmuskulatur (was bei uns als Gulasch oder Steak auf dem Teller landet). Das Herz ist zwar auch ein Muskel, hat aber eine andere Nährstoffrelation.

  • Sind Innereien (vor allem Leber) in ausreichender Menge enthalten oder wurden diese ersetzt?

Innereien sind die Vitamin- und Mineralstoffbomben in der Fütterung. Ohne sie ist keine ausgewogene Ernährung des Hundes möglich. Sie liefern Natrium, Kalium, Eisen, Kupfer, Mangan, und Selen, sowie die Vitamine A, D, K, B2, B12, B5 (Pantothensäure), B3 (Nikotinsäure), B7 (Biotin) und B 9 (Folsäure). Leber ist dabei der Hauptakteur, der auch nicht so einfach durch andere Innereien (vor allem nicht durch Herz und Lunge) ersetzt werden kann.

Falls das Nassfutter nicht ausreichend Leber enthält, sollten auf jeden Fall Vitamin A und die Spurenelemente als ernährungsphysiologische Zusatzstoffe auf dem Etikett auftauchen.

Die B-Vitamine können wir meistens nicht kontrollieren, da sie nicht deklariert werden müssen. Falls sie doch mal dort stehen, wirkt die Liste plötzlich furchtbar lang. Lasst euch davon nicht abschrecken. Da diese Vitamine nicht hitzebeständig sind, MUSS der Hersteller sie für die bedarfsgerechte Fütterung auf jeden Fall zusetzen.

  • Entdecke ich Fisch, Lebertran oder Vitamin D auf dem Etikett?

Vitamin D hat eine zentrale Bedeutung im Kalzium- und Knochenstoffwechsel. Deshalb ist es gerade im Wachstum extrem wichtig, dass der Hund regelmäßig mit ausreichen Vitamin D versorgt wird. Dafür kann entweder regelmäßig eine Nassfuttersorte mit Vitamin-D-reichem Fisch (Lachs, Forelle, Hering) oder Lebertran gefüttert werden oder man achtet darauf, dass es explizit ergänzt wurde (ca. 200 i. E./kg).

Die Wissenschaft ist sich nicht einig, inwiefern Hunde das Vitamin (ähnlich wie wir Menschen bei Sonnenschein) selbst synthetisieren können. Bei unseren Wohnungshunden (und gerade den Exemplaren mit dichtem, langen Fell wie der Siberian Husky) geht man üblicherweise nicht davon aus, dass der Bedarf durch die Eigensynthese gedeckt werden kann.

  • Enthält das Futter Seealge, Meeresalgen oder wurde Jod künstlich zugesetzt?

Hunde haben einen extrem hohen Jodbedarf. Für einen 15 kg schweren Hund liegt er bei ca. 200 mcg, was dem Jodbedarf eines erwachsenen Mannes entspricht. Mit Fleisch, Innereien, Blut & Co. deckt man ca. 5 % des täglichen Bedarfs, der Rest muss ergänzt werden (meistens als Zusatzsstoff mit ca. 0,70-0,75 mg/kg).

Mir persönlich ist es lieber, wenn Jod (z. B. in Form von Kalziumjodat) unter den ernährungsphysiologischen Zusatzstoffen auftaucht, als wenn Seealge in der Zutatenliste steht.

Seealge unterliegt starken natürlichen Schwankungen, zwischen 300 mg Jod pro kg und 1000 mg/kg ist fast alles möglich. So kann es theoretisch passieren, dass eine Charge plötzlich doppelt so viel oder nur noch halb so viel Jod enthält, wie für die Kalkulation angenommen wurde, der Anteil im Futter aber nicht angepasst wird. Beim BARFen empfiehlt man deshalb immer ein Seealgenmehl mit einem für die jeweilige Charge deklarierten Jodgehalt.

Falls ihr euch unsicher seid, fragt ruhig beim Hersteller nach. Ich habe es auch schon erlebt, dass auf dem Etikett kein Jod aufgetaucht ist, die Analysewerte allerdings ausreichend Jod bestätigt haben.

  • Wurden weitere Spurenelemente (Zink, Kupfer, Selen, Mangan, manchmal Eisen) ergänzt?

Neben Jod lassen sich auch Zink, Kupfer, Selen, Mangan und (je nach Zusammensetzung des Futters) Eisen nur schwer auf natürlichem Wege decken.

Übliche Mengen sind z. B. 15-30 mg/kg Zink, 1,5-3 mg/kg Mangan, 1-2 mg/kg Kupfer oder 0,03 mg/kg Selen. Nicht jedes Nassfutter braucht jedes Spurenelement als ernährungsphysiologischen Zusatzstoff. 

  • Ist genügend Kalzium enthalten (bspw. durch Knochen, Eierschale, Kalziumkarbonat)?

Der Kalziumbedarf kann z. B. durch Knochen/Knochenmehl, Eierschale, Algenkalk oder Kalziumkarbonat gedeckt werden. Viele Hersteller geben sogar ein Kalzium-Phosphor-Verhältnis an und wenn das in einem vernünftigen Rahmen liegt (ca. 1,2:1 bis 1,5:1 für einen ausgewachsenen Hund), könnte ihr davon ausgehen, dass es in die richtige Richtung geht.

Ihr könnt das Verhältnis es auch selber ausrechnen, indem ihr einfach den Kalziumgehalt durch den Phosphorgehalt teilt, z. B.: 0,3 % Kalzium / 0,25 % Phosphor = 1,2

  • Verzichtet der Hersteller auf einen unnötige Füllstoffe, bspw. Euter und Strosse oder steht Lunge an erster Stelle?

Muskelfleisch (und Herz) sind an erster Stelle auf der Zutatenliste ok, anders sieht es mit Lunge aus. Auch wenn ich gerne mit einem kleinen Anteil Lunge (u. a. als Taurinquelle) in der Frischfütterung arbeite, sollte sie dennoch nicht die Basis eines Nassfutters sein.

Strosse (Luftröhre), Schlund (Kehle/Speiseröhre), Kehlkopf und Euter sind ebenfalls Komponenten, die regelmäßig im Nassfutter landen. Die Luftröhre besteht vor allem aus Knorpel und einige Hunde haben tatsächlich Probleme damit, sie vernünftig zu verdauen und brechen sie deshalb wieder aus. Kehlkopf und Schlund gelten als hormonbelastet. Euter ist entgegen einiger Mythen weder besonders nahrhaft noch kalziumreich, sondern schwer verdauliches Bindegewebe, das noch Reste gegorener Milch enthält.

Es ist nicht schlimm, wenn der Hund mal etwas davon bekommt, aber es sind in erster Linie günstige Schlachtabfälle, auf die er gut verzichten kann.

  • Hält sich der Feuchtigkeitsgehalt im Rahmen (< 75 %)?

Unterschiedliche Kompenenten enthalten unterschiedlich viel Wasser: Muskelfleisch liegt bei 60-70 % Wasser (je nach Fettgehalt), Innereien etwas darüber. Bei Obst und Gemüse können es auch schon einmal bis zu 90 % Wasser sein, wohingegen (Pseudo-)Getreide deutlich trockener ist. Dadurch komme ich auf meinen Sollwert von ca. 75 %.

Ein Nassfutter ist nicht zwingend schlechter, wenn es über diesem Wert liegt, bis zu 82 % Feuchtigkeit sind durchaus noch üblich. Allerdings hat ein hoher Feuchtigkeitsanteil oft direkte Auswirkungen auf den Energiegehalt des Futters und damit auch auf die Futtermenge.​

  • Ist ausreichend Linolsäure enthalten oder kann ich diese zusetzen?

In kaum einem Nassfutter spielen Nüsse und Samen eine Rolle und auch der Anteil an (sinnvollen) pflanzlichen Ölen ist meist so gering, dass er nicht ausreicht, um den Linolsäurebedarf des Hundes zu decken. Linolsäure ist wichtig für Haut und Fell, ein Mangel kann sich außerdem auf Wundheilung, Wachstum sowie die Funktion von Leber und Niere auswirken.

Es ist daher kein Punkt für die Checkliste bei der Nassfutterwahl, aber etwas worauf du zusätzlich achten solltest. Ich empfehle oft gemahlene Sonnenblumen- und Kürbiskerne als natürliche Ergänzung und Linolsäurequelle, auch die dazugehörigen Öle sowie Hanföl würden sich eigenen.

Idealerweise gibt man zusätzlich noch ein schadstoffgeprüftes Fischöl mit Vitamin E, um außerdem den Bedarf an essentiellen Omega-3-Fettsäuren (EPA & DHA) zu decken. Bei DHN und BARF Kultur findet ihr fertige Mischung (3-6-9 BARF-Öle), die zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen.

 

 2. Trockenfutter: 

Beim Trockenfutter ist ebenso  dringend auf Inhaltsstoffe zu achten, das was am meisten drin ist, steht als erstes auf der Zusammensetzungsdeklarierung, absteigend sortiert. Als erstes sollte eigentlich immer Fleisch in Form von Muskelfleisch stehen.

Es sollten nicht zu viele Kohlehdyrate enthalten sein und es sollte eigentlich kaum oder kein Getreide drin sein. Keine Füllmittel (z.B. Rübentrockenschnitzel, Kartoffelstärke, Rübenfaser , Weizen(futtermehl), Gerste, Maismehl, Hefen) oder Schlachtabfälle wie oben bereits bei Nassfutter beschrieben. 

Der Fleischanteil sollte mind bei 60-70% liegen! Es sollte weder Zucker noch Hefe im Futter enhalten sein!

Ein gutes Futter arbeitet mit Prozentangaben und einer offenen Deklarierung (d.h. es ist genau das drin was drauf steht. Also nicht nur “Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse” sondern Z.B. “Wildfleisch & Büffelfleisch 65% (davon 50% Wild bestehend aus: Muskelfleisch, Herz, Leber, Lunge, Pansen und 15% Büffel bestehend aus: Muskelfleisch, Herz, Leber, Lunge, Pansen”)

Ein gutes Futter arbeitet neben einem hohen Fleischanteil mit Obst, Gemüse, Kräutern oder Ölen und Nahrungsergänzungsmitteln wie Grünlippmuschelpulver. Als Kohlenhydratbasis sollten Kartoffeln oder Reis enthalten sein.

Der Proteinanteil sollte eigentlich 30% nicht übersteigen, beim Siberian Husky ist allerdings ein wesentlich höherer Proteinanteil völlig in Ordnung im Vergleich zu anderen Rassen. 

Falls der Hund aber zu hibbelig wird, kann es an einem zu hohen Proteinanteil liegen.

3) Wie viel braucht mein Husky am Tag und wie oft sollte ich füttern?

Da der Siberian Husky aufgrund seines geschichtlichen Ursprungs ein zäher Arbeitshund war, der auch einmal mit weniger Futter auskommen musste, benötigen die meisten Siberian Huskys um einiges weniger als auf der Packung des Futterherstellers empfohlen (bzw beim Barf einen geringeren Anteil des Körpergewichts, etwa 2-2,5%). Hier kann man etwa von 1/3 weniger im Vergleich zu anderen Rassen ausgehen. 

Generell ist es wichtig, dass ein Siberian Husky auf keinen Fall Übergewicht haben sollte! Dies ist für die Rasse sehr ungesund und kann so schnell zu Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes führen. Eine kurze Übersicht zum Gewicht des Hundes: Generell sollte ein Siberian Husky lieber etwas zu dünn als zu dick sein. 

 

Da der Wolf und andere Wildhunde früher über Tage oftmals nichts zu fressen hatten, ist es aufgrund des anatomischen Aufbaus und Ablaufs der Hundeverdauung sinnvoll, den erwachsenen Siberian Husky nur 1x täglich zu füttern. Welpen bis zu 5 Monate sollten bis zu 3 Portionen täglich bekommen. Dies sollte dann bis zum 10. Monat auf 2 bzw. dann auch auf 1 Mahlzeit täglich reduziert werden. 

1. Maul und Speiseröhre

Die Nahrungsaufnahme geschieht im Maul mit Hilfe von Zunge und Zähnen. Weil Hunde ihr Futter in der Regel schlingen, nutzen sie die Zähne nur zum Halten der Beute – aber kaum zum Kauen. Über den Rachenraum wird die aufgenommene Nahrung anschließend in die Speiseröhre und weiter bis zum Mageneingang transportiert.

2. Magen und Dünndarm

Im Magen wird die Nahrung vermischt und mit den ersten Verdauungssäften versetzt. Wenn ein bestimmter Füllungsdruck und pH-Wert erreicht sind, öffnet sich der Magenausgang und der Nahrungsbrei gelangt in den ersten Abschnitt des Dünndarms. Dabei wird immer nur eine kleine Menge des Futterbreis weitergegeben. Das heißt, es dauert eine gewisse Zeit, bis der Magen wieder geleert ist.

3. Gallenblase, Bauchspeicheldrüse und Leber

Im Dünndarm finden schließlich die meisten Abbauvorgänge statt: Hier kommen Verdauungsenzyme aus der Gallenblase und Bauchspeicheldrüse zum Einsatz, die für den Abbau von Eiweißen, Fetten und Kohlenhydraten benötigt werden. Die Leber regelt den Stoffwechsel von Zucker, Fett und Eiweißen. Außerdem ist sie für die Entgiftung, Blutbildung sowie die Produktion und Speicherung von Vitaminen verantwortlich.

4) Dickdarm und After

Der übrig gebliebene Nahrungsrest erreicht anschließend den Dickdarm. Hier finden kaum noch Abbauprozesse statt. Am Ende wird der Kot über den Afterabgesetzt.

Störungen an einer Stelle des Verdauungssystems können in den nachfolgenden Teilen weitere Störungen hervorrufen. Dazu gehören Erkrankungen der Ohren, Augen und Zähne, aber auch Gelenk- und Muskelschmerzen oder ein geschwächtes Immunsystem. Wenn Ihr Hund unter Verdauungsproblemen leidet, macht sich das zum Beispiel durch Blähungen, Verstopfung oder Durchfall bemerkbar. Mit einer artgerechten Ernährung und einer regelmäßigen 5 E Darmkur schützen Sie Ihren Vierbeiner vor diesen Problemen.

4) Das Barfen nach Swanie Simon- eine kleine Einführung

Barf (Biologisch Artgerechtes Rohes Futter) ist die artgerechteste und natürlichste Ernährung für unsere Hunde. Generell ist es aber wichtig zu wissen, wie man dies Zusammenstellen muss, damit unsere Hunde keine Mangelerscheinungen bekommen, die zu Krankheiten wie Stoffwechselstörungen, Allergien oder sogar Krebs führen können.  Generell berechnet man die Menge der Barfportion aus dem Körpergewicht. Ein erwachsener Hund bekommt i.d.R 3% seines Körpergewichts an Futter pro Tag. Da es aber gerade bei den Siberian Huskys sehr viele leichtfüttrige Hunde gibt, die mit deutlich weniger Futter auskommen, ist auch eine Berechnung mit 2% oder 2,5% sinnvoll. Hunde, die starke Arbeitsleistung vollbringen, oder zunehmen sollen, können auch mit 3,5% oder 4% berechnet werden. 

Ein Welpe bekommt immer etwa 7-8% seines aktuellen Körpergewichts, was dann bis 6 Monate etwa alle 2 Wochen um 1% gesenkt wird- dies ist aber auch von Welpe zu Welpe unterschiedlich und sollte auch dem Stoffwechsel angepasst sein. 

Um bedarfsdeckend zu füttern, ist auf alle Fälle folgende Aufteilung zu empfehlen:

80% Tierisch 20% pflanzlich, falls man Kohlenhydrate miteinbeziehen will, empfiehlt sich 70% Tierisch, 30% Pflanzlich (20% Obst/Gemüse und 10% Kohlenhydrate). Das klassische Barfen mit 80% tierischen Bestandteilen teilt sich in 50% Muskelfleisch (z.B. Hähnchenbrust, Rinderhalsfleisch, diverses Muskelfleisch ohne Knorpel und Knochen, optimal mit etwa 20% Fettanteil), in 20% Pansen oder Blättermagen (von Lamm, Schaf, Ziege, Rind), in 15% Innereien (Leber sollte 3-5% von der ganzen Futterration ausmachen, Herz, Lunge, Niere, Milz von allen Tieren außer Wildschwein und Schwein), dann 15% RFK  (Rohe fleischige Knochen, z.B. Hühnerschenkel, Hühnerflügel, Karkasse, Hühner-, Enten- und Putenhälse, Kanninchen, Wachteln, Lamm-, Ziegen- Schaf-, Rehrippen). Je nachdem muss man auch noch Fett ergänzen (sollte etwa 10-20% vom Muskelfleischanteil sein, dies steht entweder auf der Packung oder muss geschätzt werden und gegebenenfalls ergänzt werden). Außerdem muss man Seealgenmehl zusetzen, denn dies sorgt für einen ausreichenden Jodgehalt, was die Schilddrüse dringen benötigt. Hierzu gibt es einige gute Bedarfsrechner im Internet. 

Hier ist beispielsweise ein Barfplan (ohne Seealgenmehl) für unsere Hündin Brave. Braves Körpergewicht beträgt 19kg, da sie einen sehr guten Stoffwechsel besitzt und leichtfüttrig ist, bekommt sie nur 2,5% Ihres Körpergewichts- d.h. 475g , da dies 2,5% von 19kg entspricht. Was man beim Barf IMMER zugeben muss ist ein gutes Öl, was reich an Omega 3-6-9 Fettsäuren ist. Weiteres unter Nahrungsergänzungsmittel

 

5) Eine kurze Anekdote zu Nahrungsergänzungsmitteln

Auf dem heutigen Markt kursieren enorm viele verschiedene Wundermittel, die den Hund heilen oder mystisch erstrahlen lassen sollen. Doch was ist sinnvoll zu ergänzen, was kann ich natürlich ergänzen, was eher chemisch bzw in Form von Pulver und für was ist es gut?

Ergänzen sollte man vor allem bei Barf, aber auch bei manchen Fertigfuttern oder bei kleinen Wehwehchen ist es eine Überlegung wert.

  • Omega 3-6-9 Öl: Achtung vor billigen Herstellern und hellen Flaschen! Öl wird in hellen Behältern schnell ranzig. Außerdem sollte 70% Lachs- oder Fischöl enthalten sein- da die meisten dieser Öle allerdings aus Abfallprodukten der Fischindustrie und aus Zuchtfarmen, die mit Antibiotika und diversen Chemikalien arbeiten produziert wird, empfiehlt sich nur ein Öl mit ausreichender Deklaration der Herkunft. Da Öl nur in sehr geringen Mengen bei Siberian Huskies nötig ist (sonst kann es zu Fettablagerung in den Augen kommen- durch seine Geschichte ist der Siberian Husky ein sehr guter Futterverwerter und kann überschüssiges Fett schlecht abbauen) ist das Öl sowieso ergiebiger als für andere Rassen. Normalerweise spricht man von 1TL pro 10kg Körpergewicht, bei Siberian Huskies reicht 1 TL pro 20kg Körpergewicht. Neben Lachs/bzw Fischöl sollte auch Hanföl, Leinöl, Distelöl oder Borretschöl enthalten sein. Auch Olivenöl, Weizenkeimöl, Krillöl , Nachtkerzenöl oder Traubenkernöl kann man zufüttern, allerdings ist hier die Balance zwischen den Omega 3,6,9 Fettsäuren wichtig und eine Überdosierung ist zu vermeiden!

  • Schwarzkümmelöl: sollte man  nur wenig geben und hauptsächlich in der Zeckensaison- es soll nämlich eine antiparasitäre Wirkung haben. 

  • Kokosöl: enthält Laurinsäure. Diese wirkt antibakteriell und bekämpft Pilze und Viren. Außerdem ist Laurinsäure ein natürliches Insektenschutzmittel.

  • Biotin/Bierhefe: Super für Fell und Krallen, auch z.B. in Eigelb enthalten. (Achtung, kein rohes Eiweiß füttern- dies bindet das im Eigelb enthaltene Biotin und der Effekt ist gleich 0! Kann man z.B. gut verwenden, wenn die  Hunde schnell und schön wieder "aufhaaren" sollen

  • MSM: (Methylsulfonylmethan) ist Schwefel, ein natürlicher Baustein des Körpers. Super geeignet für 2-3x jährliche Kuren oder bei Hunden mit entzündlichen Erkrankungen oder Arthrosen. Es hat eine Antientzündliche, Antioxidative, Antikanzerogene Wirkung und eine Wirkung auf den Knochenstoffwechsel. Bewiesen von der Uniklinik Freiburg. 

  • Zink (in Verbindung mit Kupfer, da Kupfer benötigt wird um Zink zu verstoffwechseln): Nordische Rassen neigen manchmal zu Hautproblemen (Zinkmangeldermatose), dies sollte man in erster Linie erstmal mit einer erhöhten Zinkdosis substituieren, bevor man zu Kortikoiden o.Ä. greift. 

  • Grünlippmuschelpulver: soll vorbeugend gegen Gelenkserkrankungen wirken oder bei Arthrose die Gelenkschmiere wieder erhöhen

  • Kurkuma: fördert die Verdauung, ist entzündungshemmend und krebshemmend (!), sollte Schwangeren oder Leberkranken nicht verabreicht werden

  • Gladiator Plus für Hunde: Förderung und Stärkung des gesamten Immunsystems 

  • Buttermilch/Joghurt: in geringen Dosen 1-2x wöchentlich super um eine gesunde Darmflora zu erhalten. Nicht jeder Hund verträgt allerdings Lactose.

  • Darmaufbaukuren, z.B. Symbio Pet: Super geeignet nach Antibiotikagabe oder längerer Gabe von Medikamenten wie Cortison, oder bei Hunden mit diversen Mangelerscheinungen und "Kränkeleien": Der Darm des Hundes (und auch des Menschen!) ist eines der wichtigsten Organe überhaupt. Funktioniert dieser nicht richtig, kann unser ganzer Stoffwechsel nicht arbeiten und es kommt kurz oder lang zu Stoffwechselerkrankungen oder anderen diversen Krankheiten bis hin zu Krebs. Ein gesunder, gut arbeitender Darm und gesunde, ausgewogene bedarfsdeckende Ernährung ist das A. und O. egal bei welchem Lebewesen! 

6) Hilfe, mein Hund schlingt oder mäkelt

Allgemein muss man wissen, dass es im Instinkt des Hundes liegt, zu schlingen. In der Natur verschlucken Caniden und Canidenartige alles was geht, um es dann später, an einem geschützten Ort, hervorzuwürgen und in Ruhe zu zerkleinern. 

Insofern ist es menschliches Denken, zu wollen, dass der Hund langsam und gesittet frisst.

Die Ursache des Schlingens liegt also im Konkurrenzdenken und im Futterneid des Hundes. 

Vor allem Welpen und junge Hunde müssen lernen, dass es bei uns Menschen im normalen Haushalt keine Konkurrenz gibt, die Ihnen das Futter wegnehmen könnte. Dies ist ein Lernprozess und gibt sich meistens zwischen dem 1. und 2. Lebensjahr. 

Auch der Züchter hat hier schon viel Verantwortung- wir z.B. füttern nur bis zur 4,5. Lebenswoche aus einem runden Napf, an dem alle Welpen sich bedienen können. Ab diesem Zeitpunkt und wenn alle bereits gut fressen, bekommt jeder seinen eigenen Napf, um das Konkurrenzdenken und somit auch Schlingen frühzeitig einzudämmen. 

Dies ist leider nicht immer und bei jedem Welpen und Wurf gleich erfolgreich, allerdings lernt der Hund dann zumindest schon einmal eine sehr wichtige Grundlage. 

Auch Tierschutzhunde, die nie genug zu essen hatten, oder Hunde, die nicht erzogen oder korrekt gefüttert worden sind, neigen sehr stark zum Schlingen. Dies ist etwas, was man aber kontinuierlich und mit viel Konsequenz abtrainieren kann. 

Generell ist Schlingen aber nicht schädlich, und selbst wenn der Hund schlingen sollte, ist es eigentlich kein Problem, sofern sich keine größeren Stücke im Futter befinden, die stecken bleiben könnten, wie z.B. Knochen. 

Das Mäkeln hat eine gegenteilige Ursache, dies ist vor allem bei Hunden der Fall, die mangelnde "Konkurrenz" haben. Selbstverständlich ist es wichtig, dies vorher tierärztlich abklären zu lassen, denn auch einige Erkrankungen können für Appetitlosigkeit und schlechtes essen sprechen. 

Ist dies alles geklärt, gibt es mehrere Ursachen: entweder zu wenig "Konkurrenzdenken" bzw "Futterneid", oder man hat den Hund verzogen, in dem man andauernd das Futter gewechselt hat oder über einen Zeitraum etwas ganz besonderes gefüttert hat, das man jetzt nicht mehr füttert. Auch andere Dinge wie psychische Belastungen z.B. durch Läufigkeiten von Hündinnen können für Mäkeln oder nicht-fressen ursächlich sein.

Hier gibt es leider nur sehr bedingt Lösungen. 

Generell kann man folgendes Versuchen: Das Konkurrenzdenken bzw. den Futterneid steigern, in dem man z.B. im selben Raum mit einem zweiten oder mehreren Hunden füttert (wenn er nicht frisst, bekommen es die anderen- dies kann aber eine Zeit dauern, bis es Wirkung zeigt), dann solange dasselbe Futter anbieten, bis es gefressen wird (1-2x täglich anbieten, nicht öfter! 10 min stehen lassen, und bei nicht fressen wieder wegstellen. Ein gesunder Hund hält auch ruhig einmal 4-7 Tage ohne Fressen aus). 

Auch Hündinnen kurz vor der Läufigkeit oder an Tag 20-30 einer Trächtigkeit neigen oftmals stark dazu, nichts fressen zu wollen. Auch scheinträchtige Hündinnen können davon betroffen sein. Hier ist es wichtig, der Hündin immer wieder etwas anzubieten, vielleicht auch etwas, was sie sehr gerne mag. Man sollte aber auf alle Fälle ruhig bleiben, denn dies hält normalerweise nur einige wenige Tage an. Bei Rüden ist dies ähnlich, wenn sich Hündinnen in der Nähe befinden, die gerade in der Standhitze sind. Da vergeht einigen Herren auch gerne mal der Appetit aus Liebeskummer. 

Oftmals hilft es 30-45min vor der eigentlichen Mahlzeit ein Stück Butter zu geben, dies regt den Appetit an. 

© 2020 BY LEA SANDWEGER- ROYALSANS KENNELS FCI REG. ALL RIGHTS RESERVED

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