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-DER SIBERIAN HUSKY-
Standard, Erscheinungsbild & Eigenschaften

Grafiken mit freundlicher Nutzungsgenehmigung der Designerin Erika Tsogoeva

Die Bilder und die Texte unterliegen dem Copyright und dürfen ohne Erlaubnis nicht kopiert oder verfielfältigt werden!

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ALLGEMEINES

Der Siberian Husky ist eine seit 1930 in den USA anerkannte Rasse, daher wird ihr Ursprungsland in den USA definiert. Die Vorfahren der heutigen Siberian Huskies stammen aber nicht aus den USA, diese gelangten im frühen 20. Jahrhundert durch einige Wissenschaftler und Händler erst dorthin. 

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Die Wurzeln des Siberian Huskies gehen Jahrtausende zurück zu verschiedenen Völkern in Nordrussland bzw. SIbirien. Daraus resultiert auch der Rassename, dieser setzt sich aus dem Wort SIberian für deutsch Sibirisch und Husky (Esky) zusammen. Husky wurde allerdings früher als Schimpfwort für die aus Sibirien importierten Hunde gebraucht, da sie im Vergleich zu den einheimischen Schlittenhunden in Alaska sehr klein und schmächtig wirkten. Doch durch viele Rennen gerade in Alaska und später in anderen Teilen Nordamerikas konnten diese kleinen, wunderschönen Huskys ihre Ausdauer unter Beweis stellen  und erfreuten sich so zunehmender Beliebtheit. Auch durch die Heldengeschichte von Togo (& Balto) erreichte diese "neue" Rasse große Aufmerksamkeit und der SIberian Husky wurde anschließend als Rasse anerkannt und so wurden erste Tiere aus den USA auch nach Europa verschifft. 

WIe ein Siberian Husky sein sollte, ist im sogenannten "Standard" definiert. Dies dient dem Zweck, die Funktion, den Charakter und das Erscheinungsbild des Siberian Huskies in seinem Ursprung zu erhalten, denn ein Siberian Husky muss so gebaut sein, um zum Beispiel die Arbeit am Schlitten so energiesparend und verschleißarm wie möglich leisten zu können. Ebenso ist ein gewisser Ausdruck und typische Merkmale darin definiert, denn sonst wäre es ja keine Rasse, wenn der SIberian Husky beispielsweise genauso aussehen könnte wie ein Dackel oder Whippet. Im weiteren Verlauf wird tiefgreifender auf das Standard des Ursprungsvereins (SHCA) eingegangen und dieses weiter interpretiert.

"Das charakteristische Temperament des Siberian Husky ist freundlich und sanftmütig, aber auch aufmerksam und kontaktfreudig. Er zeigt nicht die besitzbetonenden Eigenschaften eines Wachhundes, noch ist er allzu misstrauisch gegenüber Fremden oder aggressiv gegenüber anderen Hunden. Von einem erwachsenen Hund darf ein gewisses Maβ an Zurückhaltung und Würde erwartet werden. Seine Intelligenz, Lenkbarkeit und sein Eifer machen ihn zum angenehmen Begleiter und willigen Arbeiter. "- SHCA Illustrated Standard

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Dies beschreibt die charakterlichen Wesenszüge des Siberian Huskies schon sehr gut, weshalb sie auch deutlich vielfältiger genutzt werden können als für den Schlittenhundesport. Ihre Art und Intelligenz macht sie zu einem tollen Alltagsbegleiter, aber auch Mantrailing, Trekkingtouren, Wandern und Biken sind tolle Abwechslung.

Mit entsprechendem will to please ist auch Agility und Obedience möglich, ebenso wie Rettungshundearbeit oder Therapiehundearbeit bei einem ausgeglichenen, offenen Rassevertreter. Kinder werden von den meisten dieser Rasse abgöttisch geliebt, Katzen hingegen können den Jagdtrieb im Husky wecken, wenn sie weglaufen.

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Im Hinterkopf behalten muss man aber definitiv auch ihre Eigenheiten, neben dem berühmten "Eigensinnigkeit" sind Siberian Huskies auch äußerst kommunikativ. Sie tendieren dazu ein "VIP" zu sein, andere Hunde sind meistens nicht von Wichtigkeit für den Siberian Husky, gerade, wenn der Hund gegenüber kein Abbild der eigenen Rasse ist. Einige Vertreter neigen zu einer gewissen Sensibilität, die für einen fortgeschrittenen Hundehalter allerdings sehr angenehm im Handling sein kann. Buddeln, jagen und kauen gehören zu ihren Lieblingsbeschäftigungen und sollten von Kleinauf im Auge behalten und spielerisch-erzieherisch im Zaum gehalten werden, wenn man später keinen ausgewachsen Frechdachs möchte. Aufgrund des ausgeprägten Jagdtriebs sollte man sie nicht von der Leine lassen. Der Siberian Husky ist ausgesprochen intelligent und eigenständig, sodass hauptsächlich Menschen, die etwas mit ihrem Hund erleben wollen, richtig viel Spaß haben werden. 

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Charakter

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Der Siberian Husky ist ein mittelgroßer Arbeitshund und besitzt ein typisches arktisches Aussehen mit einem dicht behaarten Fell, dass aus der Unterwolle und dem Deckhaar besteht. Die Unterwolle wird etwa 2x jährlich gewechselt, in der Zeit dazwischen haaren sie so gut wie nicht. Hündinnen messen 50,5-56cm bei 15,5-23kg, Rüden messen 53,5-60cm bei einem Gewicht von 20,5-28kg. Generell gibt es den Siberian Husky in allen Farben, d.h. klassische Zeichnung mit farbigem Körper und weißen Gliedmaßen in hellrot, rot/braun, schwarz, dunkelgrau, grau, silber, aber auch agouti, black and tan, sable, saddle back, komplett schwarz, komplett weiß und Pinto. Nicht vorhanden in der Rasse sind die Farben merle und brindle (gestromt). Hier findet man Beispiele der Farben beim Siberian Husky.

Sein Kopf ist mit dreieckigen, eng beieinanderstehenden aufrechten Ohren bestückt, dazu mandelförmige, schräg eingesetzte Augen, die ihm ideale Sicht auch im Schneesturm verschaffen.  Sein Gangwerk ist typischerweise federleicht und mühelos. Der Siberian Husky kann leichte Lasten über lange Distanzen bei mittlerer Geschwindigkeit (steady lope, also langsamer Galopp oder auch im Trab) ziehen. Je nach länge der Distanz hat der Husky eine andere Durchschnittsgeschwindigkeit.

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Die typische arktische Rute, die einer dichten Rundbürste ähnlich sieht, ist perfekt, um die Schnauze des Huskies in kalten Winternächten warm zu halten. Sie sollte in Bewegung gut getragen sein, aber nicht auf dem Rücken aufliegen oder eingekringelt werden, denn sonst kann sie ihn nicht warm halten und der Luftwiderstand beim Laufen erhöht sich, was mehr wertvolle Energie kostet. 

Die Hyperextension (Überstreckung) des Vorderfußwurzelgelenkes (Pasterns) sollte etwa 10- 15° betragen. 

Wichtig sind ebenso gut aufgeknöchelte und gepolsterte aber gleichzeitig bewegliche Pfoten, die ein stabiles Fundament für den ganzen Hund bilden und die sichere Fortbewegung im Schnee und auf Eis gewährleisten. 

Die Proportionen des Siberian Huskies sind essentiell wichtig, um seine Funktion als Schlittenhund erfüllen zu können und gute, energiesparende Bewegung gemäß Standard zeigen zu können.

Es gibt drei Balancelinien, um zu erkennen, ob ein Siberian Husky gut gebaut ist. Die erste Linie zieht sich durch den Vorderfuß, den Unterarm entlang und sollte durch die Schulterblattspitze (oberes 1/3) nach oben gehen, die Halswirbelsäule liegt hierbei komplett vor dieser Linie. Die zweite Linie ist eine horizontale Verlängerung der (geraden) Rückenlinie, hier sollte der Kopf (wenn waagrecht) oberhalb der Linie befindlich sein. Die dritte Balancelinie beschreibt ein senkrechtes Lot vom Tuber ischiadicum (siehe weiter unten Point of croup), welches auf die Zehen oder die Krallen der Hintergliedmaße fallen sollte. Ebenso ist es sinnvoll, die beiden Drehpunkte der vorderen und hinteren Gliedmaße auf deren Höhenverhältnis zu überprüfen, also ob das Hüftgelenk auf einer Linie mit dem oberen 1/3 der Scapula (des Schulterblattes) liegt. Die Kopfproportionen des Huskies sind ebenso genau vorgegeben. Der Fang sollte von der Nasenspitze bis zum Stop genauso lang sein, wie vom Stop zum Occiput (Hinterkopf). Der Stop bezeichnet hierbei den steilen Übergang von Fang zur Schädelbasis. 

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Genauere Proportionen sind beispielsweise das Verhältnis der Beinlänge zur Brustkorbtiefe von 55:45, damit der Siberian Husky nicht im Tiefschnee stecken bleibt. Ebenso wichtig ist das Verhältnis der Höhe des Hintermittelfußes zur gesamten Beinlänge der Hintergliedmaße, welches 1/3 betragen sollte. Weiterhin sollte die Körperlänge, gemessen vom Schultergelenk bis zum Tuber ischiadicum (point of croup) länger sein, als das Stockmaß des Hundes (etwa 10% länger als hoch), um den Beinen des Siberians genug Platz beim Traben unter dem Bauch zu geben und energiesparendes Single Tracking (Schnüren, Hinterpfoten treten in die Spur der Vorderpfoten) zu ermöglichen.

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Proportionen & Funktion

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erbkrankheiten

Der Siberian Husky ist an und für sich eine gesunde Rasse, die wenig mit Beschwerden am Bewegungsapparat zu tun hat. Wie jede andere Rasse auch, gibt es aber auch in dieser Population Erbkrankheiten. Zu den häufigsten oder bekanntesten gehören:

  • Augenerkrankungen wie Katarakt (Grauer Star), Glaukom (Grüner Star) und XL-PRA1 

  • Epilepsie

  • Tumorerkrankungen 

  • Ekoptischer Urether 

  • Siberian Husky Polyneuropathie (SHPN1)

  • Shaking Puppy Syndrom (Siberian Husky Variante 1) SPS1

  • Kryptorchismus (Ein- oder Verborgenhodigkeit)

  • Zinkmangeldermatose

Für einige dieser Erkrankungen gibt es genetische Tests (z.B. XL-PRA1, SPS1, SHPN1) oder Untersuchungen wie z.B. die DOK Augenuntersuchung oder die Gonioskopie. Leider machen noch die wenigsten SH Züchter Gentests. Wir haben diese Tests jedoch bei allen aktuellen Zuchthunden ab 2024 machen lassen. Leider gibt es noch weitere genetische Erkrankungen, die bisher nicht getestet werden können. Hier ist der verantwortungsbewusste Züchter besonders gefordert, um eine sorgfältige Zuchtauslese zu betreiben und seine Linien so gut wie möglich zu kennen, denn es gibt keine Linie bzw. kein Wesen, was nicht von genetischen Erkrankungen betroffen ist.

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