Sport mit dem Siberian Husky

Auf dieser Seite möchte ich auf folgende Themen eingehen:

  • Welche Sportarten sind für den Siberian Husky geeignet?

  • Agility

  • Mantrailing

  • Dog Dancing 

  • Obedience

  • Begleithund/Therapiehund

  • Zughundesport/Schlittenhundesport (Ausrüstung, Rennen, Verbände, Training, Grundlagen)

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1) Welche Sportarten sind für den Siberian Husky geeignet?

Der Siberian Husky ist mehr als das typische Bild des Arbeitenden Schlitten-

hundes. Neben dieser Aufgabe wurde er früher sowohl bei der Jagd als auch 

als Weggefährte und Familienmitglied genutzt, diese Charaktereigenschaften 

wurden durch Jahrtausende der Selektion in der Zucht bis heute stark gefestigt.

Der Siberian Husky ist ein Hund, der i.d.R. zuverlässig Kommandos ausführt, 

diese aber auch hinterfragt, wenn er darin keinen Sinn sieht oder es ihm keinen

Spaß macht. Aufgrund dessen halten viele den Siberian Husky als weniger

für andere Sportarten geeignet. Das ist aber meistens zu pauschalisiert- hat der 

Siberian Husky Freude an der jeweiligen Sportart, kann er neben dem klassischen

Schlittenhundesport auch oft im Agility, Dog Dancing, Obidience und sogar als

Begleithund oder Therapiehund glänzen. Ich möchte euch im Folgenden diese

Sportarten etwas näher erläutern, jedoch insbesondere den Zughundesport, da

dieser die meisten Siberian Huskys körperlich gut auslastet und glücklich macht. 
 

 

2) Agility

Agility (englisch für Wendigkeit, Agilität) kommt ursprünglich aus England und wurde erstmals bei der Crufts Dogshow 1977 durchgeführt, als die Organisatoren Peter Meanwell fragten, ob er eine Pausenshow organisieren könne. Dieser ließ sich vom Pferdesport, insbesondere dem Springreiten inspirieren und kreierte einen Parcours samt Regelwerk für die Pausenshow. Das Publikum war hellauf begeistert und so etablierte sich eine neue Sportart. Allerdings kam diese erst 1980 nach Deutschland. 

Das Grundprinzip ist das Durchlaufen des Parcours mit 22 Hindernissen, in dem der Hund vom Hundeführer ohne Berührungen sondern nur mit Stimme und Körpersprache gelenkt werden darf. Die Hindernisse sind numeriert und müssen in genau der vorgegebenen Reihenfolge fehlerfrei überwunden werden, während eine Uhr die Zeit misst. Hier sind mittelgroße, wendige Hunde oft von Vorteil. Neben dem Grundgehorsam ist das Abklären der körperlichen Gesundheit des Hundes vor Beginn des Trainings sehr wichtig. Es sollte erst ab einem Alter von 12 Monaten und nach einem erfolgten HD (+ED) Röntgen sowie einer körperlichen Untersuchung (insbesondere auf Wirbelsäulen- und Herzerkrankungen) mit dem Training begonnen werden, da das Springen über Hürden, Zick-Zack um die Stangen laufen oder auch schräge Wände hochlaufen einiges an körperlicher Leistung vom Hund verlangt. 

Zwar wurden Kontaktzonen in den Hindernissen eingearbeitet, die der Hund zwingend berühren muss, sodass er keine zu großen Sätze machen kann, die auf die Gelenke gehen könnten, dennoch ist das Abklären der Gesundheit des Bewegungsapparates von außerordentlicher Wichtigkeit.

Um an offiziellen Wettbewerben teilnehmen zu dürfen, müssen die Hunde vorher eine Begleithundeprüfung absolviert haben. Ebenso muss ein Chip und eine Tollwutimpfung nachweisbar sein und der Hundeführer muss in einem VDH Verein Mitglied sein.

 

Dann gibt es verschiedene Größen- und Leistungsklassen: 

Um die Belastungen der Hunde zu verringern, wird in drei Größenklassen gestartet:

Small (S) Schulterhöhe, Widerrist kleiner als 35 cm

Medium (M) 35 bis 42,99 cm

Large (L) ab 43 cm (hier wäre der Siberian Husky einzuordnen)

Um leistungsgerecht zu starten, haben sich 4 Leistungsklassen bewährt, die mit A0 bis A3 bezeichnet werden. Daneben gibt es noch eine Klasse für Senioren.

A0 die unterste Leistungsklasse, Mindestalter 18 Monate

A1 die mittlere

A2 die mittlere

A3 die höchste

Senioren, Mindestalter 6 Jahre (In Österreich unter dem ÖKV: Oldie, Mindestalter 7 Jahre)

Für den Aufstieg von A0 nach A1 benötigt es entweder einen bzw. drei vorzügliche Läufe mit einer innerhalb der Klasse bei 3 vorzüglich muss man aufsteigen, die von mindestens zwei verschiedenen Leistungsrichtern bewertet wurden. Ein freiwilliger Abstieg in die A0 ist nicht möglich. Für den Aufstieg in von A1 ins A2 werden 3 V0 platziert (Vorzüglich ohne Fehler) benötigt, unter 2 verschiedenen Leistungsrichtern. Von der A2 in die A3 werden 5 V0 platziert unter 2 verschiedenen Leistungsrichtern benötigt. Der Abstieg in die nächst niedrige Klasse nach einer Qualifikation ist möglich, danach sind die Qualifikationsbedingungen für den Start in der höheren Klasse jedoch erneut zu erfüllen.

Es gibt spezielle Hundeschulen für Agility. Wir helfen unseren Welpenkäufern gerne, eine geeignete Hundeschule zu finden oder empfehlen durch persönliche Erfahrungen in unserer Region.

3) Mantrailing

Mantrailing beschreibt die "Personensuche" und heißt übersetzt engl. man ‚Mensch‘ und trail ‚verfolgen. Bei dieser Sportart, die oft auch von speziellen Spürhunden z.B. Lawinenschutzhunden benötigt wird, fokussiert sich der Hund auf den Geruch eines Menschen und sucht diesen dann nach seiner Fährte. Beim Mantrailing werden die Duftmoleküle der Zielperson gesucht und nicht die Bodenverletzungen wie bei der Fährten.

Was brauche ich zum Mantrailen?

  • ein Y-Geschirr z.B. von Anny X oder Uwe Radant 

  • ein Halsband (am besten ein Zugstop, rundgenäht  z.B. von Hunter)

  • eine 1-2,50m Leine

  • eine Schlepp- oder Fährtenleine ohne Noppen und Stege, die leicht durch die Hand gleitet (z.B. aus Leder)

  • 3 Tupperdosen mit je richtig mega tollen Leckerlis, die der Hund gerne mag, z.B. Lyoner, Käse, frischen Fisch oder Fleisch 

  • und natürlich einen Hund ;) 

Da der Siberian Husky ein sehr schnüffelfreudiger Hund ist, ist dies eine sehr gute, abwechslungsreiche Auslastung, die für den Hund sehr anstrengend ist. Prinzipiell eignet sich jeder Hund dafür, da jedem Hund eine feine Nase und das Bedürfnis zu schnüffeln in die Wiege gelegt wurde, meistens verstehen die Hunde auch total schnell, was sie machen müssen. Als Mensch ist man da erstmal überrascht, weil es der Hund ganz selbstverständlich, ohne jegliche Konditionierung von selbst freudig ausführt. 

Mantrailing ist vor allem für unsichere oder schüchterne Hunde gut geeignet, da sie lernen, auf Menschen zuzugehen und positiv belohnt werden. Das Training setzt sich folgendermaßen zusammen:

Bei unsicheren Hunden startet man mit der Suche von Bezugspersonen, die der Hund gut kennt. Die zu suchende Person geht erstmal in Sichtweite vom Hund weg- der Hund darf der Person gerne hinterherschauen. Auf seinem Weg zum Versteck (für den Anfang reichen 20-50m Entfernung) lässt er 2-3 persönliche Gegenstände mit Eigengeruch (z.B. Handschuhe, Mütze, Stirnband, später auch weniger stark riechende Gegenstände wie eine Dose, Rucksack o.ä.) fallen. 

Der Hund wird nun bis kurz vor den ersten Gegenstand geführt, setzt sich hin und wird vom Halsband aufs Brustgeschirr mit einer langen, runden Leine ohne Noppen und Stege umgeleint. Dann gibt man ihm den Gegenstand frei und er darf den Gegenstand beschnüffeln, herumwerfen und sogar ins Maul nehmen (die Schleimhaut des Hundes nimmt noch einen genaueren Duft wahr). Anschließend geht man dem Hund mit immer leicht gespannter Leine, die sog. "Verbindung" hinterher. Die Leine sollte hierbei immer gespannt bleiben, auch beim Stehenbleiben, darf aber auch verlängert werden, wenn der Hund schnell wird. Man bleibt immer hinter dem Hund und lässt dem Hund die Führung übernehmen. Sollte er einmal stoppen, wartet man kurz ab, und geht mit einem kleinen Schritt in die richtige Richtung, dann sollte der Hund relativ schnell zur Fährte zurückfinden. Wichtig ist, dass wir dem Hund nicht hinterherlaufen, zulässig ist maximal ein schnelles Gehen. Ein Zug vom Hund ist zu erwarten und erwünscht! 

Einmal ausgeführt, wird der Hund total schnell wissen um was es geht, und man kann Schwierigkeitsgrade und Strecken steigern. Natürlich ist es auch wichtig, das Training in einer dem Hund unbekannten Umgebung zu machen und die Plätze nahezu jedesmal zu wechseln.

Also, ran an die Leine! Ihr werdet merken, nicht nur euch, sondern auch dem Hund macht es einen riesen Spaß und es ist für einen Siberian Husky eine tolle Abwechslung mit Kopf- und Nasenarbeit. 

Mantrailing wird von manchen Hundevereinen angeboten, einfach googeln und schauen, was es bei euch in der Nähe gibt. 

4) Obedience

Obedience engl. Gehorsam hat seinen Ursprung in England in den 40er Jahren und wurde erstmal 1951 bei der Crufts vorgestellt- hierbei geht es um die harmonische und exakte, schnelle Ausführung von Übungen. Obedience zählt als die Hohe Schule der Unterordnung.

Diese Sportart ist klassisch für den Malinois oder Deutschen Schäferhund- ist allerdings auch mit einem Siberian Husky möglich. Hier ist aber ein gewisser "will to please" und Futtermotivation unerlässlich, man kann aber von seinem Husky nicht erwarten, dass dieser das Obedience jemals so ausführen wird wie ein Schäferhund, dazu wurde ein Siberian Husky einfach nicht gezüchtet. Zur Auslastung und abwechslungsreichen Arbeit ist es aber eine sinnvolle Ergänzung für den generellen Grundgehorsam und die "Unterordnung". 

Für das Obidience ist allerdings weder für den Hund noch für den Menschen eine bestimmte Größe, Alter oder Papiere vorgeschrieben, selbst Rollstuhlfahrer können mit ihren Hunden teilnehmen.

Für Wettkämpfe gibt es kein festgelegtes Schema- ein Ringsteward gibt die auszuführenden Übungen vor, die dann so schnell, sauber und exakt wie möglich vom Hunde-Mensch-Team umzusetzen sind. Der Steward legt gemeinsam mit dem Leistungsrichter das Laufschema für die Freifolge sowie den gesamten Ablauf der Prüfung fest. Das bedeutet, dass der Hundeführer erst während der Prüfung erfährt, welche Übungen wie zu absolvieren sind.

Was muss mein Hund fürs Obedience lernen?

  • Sitz (neben mir und auf Distanz) 

  • Steh (neben mir und auf Distanz) 

  • Platz (neben mir und auf Distanz)

  • bei Fuß mit und ohne Leine

  • Bleib mit und ohne Sichtkontakt

  • Abruf

  • Vorausschicken 

  • Apportieren (auch von Metallgegenständen)

  • Eigenidentifikation (Geruchsunterscheidung an Gegenständen)

  • Positionswechsel auf Distanz (Wechsel zwischen Sitz, Platz, Steh)

  • Vorausschicken in eine Box (Quadrat aus 4 Pylonen)

  • Wesensfestigkeit, vor allem gegenüber anderen Hunden

  • Ablage (alle Hunde werden gleichzeitig, oder in den höheren Klassen einzeln, abgelegt)

Die Bewertung der Übungen erfolgt durch den Leistungsrichter auf der Basis der Prüfungsordnung und des Leistungsrichterleitfadens.

In der Internationalen Prüfungsordnung sind Punktwertungen für die einzelnen Übungen der Prüfung vorgesehen. Der Richter vergibt dabei für eine perfekte Vorführung 10 Punkte. In Abstufungen von jeweils einem halben Punkt sind dann Wertungen bis 5 Punkte möglich. Eine nicht bestandene Übung wird mit Null Punkten bewertet.

Die Übungen sind für die Gesamtbewertung der Prüfung unterschiedlich wichtig, was durch Koeffizienten ausgedrückt wird. Die vom Richter vergebene Punktzahl wird mit dem Koeffizienten der jeweiligen Übung multipliziert, um die Punktzahl für die Gesamtwertung zu ermitteln. Auf diese Weise können in der internationalen Klasse für die Prüfung 320 Punkte erreicht werden. Auf der Basis der erreichten Punktzahlen erfolgt die Bewertung:

  • Vorzüglich (v): 320 – 256 Punkte

  • Sehr gut (sg): 224 – unter 256 Punkte

  • gut (g): 192 – unter 224 Punkte

Die Prüfungsordnung des VDH sieht für die anderen Leistungsklassen ein analoges Bewertungssystem vor. Die Koeffizienten der einzelnen Übungen ändern sich je nach Prüfungsklasse. Bei der Bewertung einzelner Übungen orientiert sich der Richter an folgendem Punkteschema:[7]

  • Vorzüglich 8 – 10

  • Sehr gut 7 – 7,5

  • Gut 6 – 6,5

  • Mangelhaft 5 – 5,5

Der Leistungsrichterleitfaden sieht für bestimmte Mängel in der Übung vor, wie viele Punkte bei der Bewertung abzuziehen sind. Insgesamt bewertet der Richter eine Übung so, dass sie die Ausführung der Übung widerspiegelt.[5] Für das Bestehen der Prüfung muss mindestens ein gutes Ergebnis erreicht werden.

5) Dog Dancing 

Dog Dancing ist eine Sportart, die sich in den USA aus dem Obedience entwickelt hat. Sie beschreibt das "Tanzen" und Ausführen von Kunststücken zur Musik. Der Phantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt, von lustigen, tragischen,  spannenden, emotionalen Choreographien bis hin zu "Yoga" mit Hund ist alles möglich und die Rasse spielt hier absolut keine Rolle.

Der Hund wird beim Dog Dancing vom Menschen durch verbale und kleine körperliche Signale gelenkt.

Dogdance beinhaltet Aspekte des menschlichen Tanzes (Rhythmik, Synchronität der Bewegungen, fließende Richtungswechsel) und schließt Elemente ein, die dem Dressurreiten entspringen, zum Beispiel Traversalen oder der spanische Schritt. Die Tanzfiguren werden vom Mensch-Hund-Team im Rhythmus der Musik teils gegeneinander, teils auf Distanz getanzt.

Hier wird perfekte Fußarbeit mit Tricks kombiniert, passend zur frei gewählten Musik erarbeitet der Dogdancer eine Choreografie, die die Individualität des Teams hervorhebt. 

Es gibt zwei Arten von Dog Dancing:

  • Heelwork to Music (Fußarbeit mit musikalischer Begleitung)                                                                                                                                   Heelwork to music besteht zu 75% aus Fußarbeit, allerdings geht der Hund dabei nicht nur links vom Hundeführer. Es stehen je nach Reglement 10 bis 18 Fußpositionen zur Auswahl. Diese Positionen soll der Hund während der Vorführung möglichst vorwärts, rückwärts und seitwärts halten                                                                                                                                        

  • Freestyle-Dogdance (kreative Tanzschritte und Tricks, die taktgenau zu einem beliebigen Musikstück vorgeführt werden)

       Im Freestyle ist der Phantasie keine Grenze gesetzt, oft werden Elemente aus anderen Hundesportarten in die Choreografie eingebunden,                Apportieren, Sprünge, Distanzarbeit werden kombiniert mit Slaloms, Drehungen, Rollen, Kriechen. Es gibt keine Pflichtelemente.

       Man versucht in der Choreografie die Besonderheiten des einzelnen Hundes hervorzuheben.

 

 Es gibt (inter)nationale Wettbewerbe für diese Hundesportart, die Klassen und Bewertungen sind weiter unten beschrieben. 

Seit 2018 ist DogDancing offizielle Sportart im VDH. Der Verband für das Deutsche Hundewesen veranstaltet jährlich die Deutsche Meisterschaft sowie die Qualifikationen zur FCI WM und zur European Open Championship.

Funklassen werden vom Veranstalter vorgegeben, mögliche Funklassen sind:

  • Beginner

  • Open

  • Senioren

  • Handicap

  • Trio

  • Quartett

  • Gruppen

  • Lucky Dip

Beim Lucky Dip wird die Musik für jedes Team bei der Startnummernausgabe ausgelost und die Vorführung besteht im Wesentlichen aus Elementen der Improvisation.

Die offizielle Klassen sind:

  • Klasse 1

  • Klasse 2

  • Klasse 3

  • Klasse Senioren und Handicap

  • Trio

  • Quartett

  • Klasse Junioren

  • Neu Klasse 0 (Testphase)

Die Offiziellen Klassen werden in die Divisionen "Freestyle" (FS) und "Heelwork to Musik" (HTM) unterteilt.

Es gibt ein Schema zur Bewertung der Vorführung, das im Regelwerk festgelegt ist. Die Maximalpunktzahl beträgt 200 Punkte. Diese teilen sich auf in eine artistische und eine technische Note und setzen sich wie folgt zusammen:

Artistische Note (maximal 100 Punkte):

  • Teamwork (Ausstrahlung Mensch, Ausstrahlung & Motivation Hund, Zusammenarbeit)

  • Dynamik (Tänzerischer Ausdruck, Rhythmik, musikalische Interpretation)

  • Konzept (Musikwahl, Idee, Umsetzung)

  • Choreographie (Aufbau, Struktur, Ringausnutzung, Balance, Positionierung)

Technische Note (maximal 100 Punkte):

  • Fluss (Fluss, Übergang, Kombinationen)

  • Ausführung (Genauigkeit, Signalgebung, Konstanz)

  • Inhalt (Elemente & Kombinationen, Tricks & Bewegungen, Variation)

  • Schwierigkeitsgrad (Elemente, Kombinationen, Interaktion)

Manche Vereine bieten Dog Dancing an, allerdings ist es noch keine so weit verbreitete Sportart und man muss einen Siberian Husky mit einem gewissen "will to please" haben bzw. einen gut mit Futter motivierbaren Siberian Husky. 

6) Begleithundeprüfung

Die Begleithundeausbildung, deren Grundausbildung wie bei vielen Arten auch der Gehorsam ist, ist der Grundstein für viele offizielle Wettkämpfe, z.B. Agility.  Beim Siberian Husky ist das ein Stück harte Arbeit- nicht jeder Husky ist dafür geeignet, ein Begleithund zu werden. Deswegen erkundigen wir uns bei einer Welpenanfrage immer sehr genau an den Vorstellungen und später gewünschten Sportarten. Allerdings ist es nicht unmöglich, fängt man von kleinauf an, stehen die Chancen sehr gut für die Begleithundeprüfung. 


Auf dem Übungsplatz wird die Leinenführigkeit, Freifolge, Sitzübung und das Ablegen in Verbindung mit Herankommen trainiert. 

Der erste Teil: Sachkundenachweis des Hundeführers
Der Hundeführer muss nachweisen, dass er über eine gewisse Sachkunde über das Wesen und die Biologie des Hundes verfügt. Diesen Sachkundenachweis muss jeder Hundeführer nur einmal im Leben machen (in manchen Bundesländern muss man einen solchen Sachkundenachweis auch bei der Anmeldung eines Hundes beim Ordnungsamt vorlegen), der Nachweis darüber muss bei jeder neuen Begleithundprüfung vorgelegt werden. Wer den Sachkundenachweis noch nicht hat kann ihn auch am Tag der Begleithundprüfung machen.

Der zweite Teil, die Unterordnung:
Grundstellung: Der Hund befindet sich auf der linken Seite des Hundeführers und muss sich gerade hinsetzen sobald der Hundeführer stehen bleibt, ohne Kommando.
Leinenführigkeit in verschiedenen Gangarten: langsames Gehen, normales Gehen, Laufen, geradeaus und mit Rechts- und Linkswinkel.
Gehen durch eine Personengruppe ohne die Personen zu belästigen bzw. zu Berühren.
Kehrtwendungen: der Hundeführer dreht sich um 180°, die Leine wird hinter dem Rücken hergeführt und der Hund muss wieder an der linken Seite des Hundeführers weiterlaufen.
Freifolge: Der selbe Ablauf noch einmal ohne Leine. Beinhaltet die Gangarten, Kehrtwendungen und das Gehen durch die Gruppe.
Absitzen: Der Hundeführer lässt den Hund sitzen und entfernt sich von ihm, geht zurück und holt ihn wieder ab.
Ablegen: Der Hundeführer lässt den Hund liegen, entfernt sich von ihm und ruft ihn aus der Entfernung heran. Der Hund muss korrekt vorsitzen und auf Kommado „Fuß“ wieder an die linke Seite des Hundeführers zurückkehren.
Ablegen unter Ablenkung: Der Hund wird abgelegt, der Hundeführer entfernt sich und bleibt mit dem Rücken zum Hund stehen. In der Zwischenzeit läuft ein zweiter Hund auf dem Platz die Prüfung. Der liegende Hund muss die ganze Zeit liegen bleiben. Sollte er aufstehen, sich wälzen oder gar weglaufen, werden Punkte gestrichen.

Der dritte Teil, Verkehrsteil:
Hier muss dein Hund beweisen ob er straßentauglich ist. Er wird hier mit anderen Hunden, Fahrradfahrern, Joggern und Personen konfrontiert und muss diese Gegebenheiten meistern.
Auch Geräusche muss er gleichgültig über sich ergehen lassen, wie zum Beispiel das Hupen eines Autos oder allgemeiner Straßenlärm.

Hat dein Hund das alles gemeistert wird die Prüfung ausgewertet.
Jeder Teil wird einzeln bewertet. Es gibt Punkte für die Ablage, die Leinenführigkeit, die Freifolge, die Grundstellung usw. Insgesamt sind 60 Punkte zu erreichen. Bewertet wird allerdings nur mit "bestanden" oder "nicht bestanden". Wer im zweiten Teil nicht mindestens 70% der Punkte erreicht, wird für den Straßenteil nicht zugelassen. Bestanden hat jeder, der im zweiten Teil 70% erreicht hat und wenn die Übungen im zweiten Teil vom Leistungsrichter als ausreichend empfunden wurden.

Es ist zwar ein Stück harte Arbeit, aber es macht nicht nur den Hunden großen Spaß, es ist auch für den Mensch ein Vergnügen die Fortschritte zu sehen.

7) Therapiehund

Therapiehunde kommen in einer tiergestützten medizinischen Behandlung zum Einsatz. Psycho- oder Ergotherapeuten, Physiotherapeuten oder Heilpädagogen arbeiten mit ihnen. Beliebt sind die tierischen Therapiehelfer bei Menschen mit körperlichem oder geistigem Handicap, bei Kindern mit Verhaltens- oder Lernauffälligkeiten und bei Senioren, deren Selbständigkeit eingeschränkt ist oder die an Demenz erkrankten.

Die Hunde haben großen Anteil am Erfolg solcher Therapien, weil

– sie die eigene Wahrnehmung der Patienten und die Reflektion des Verhaltens anderer trainieren
– die Patienten lernen, ihre Emotionen und Aggressionen zu kontrollieren
– Streicheln und Kuscheln oder Spazieren gehen die Bewegungsfreude steigern und die Motorik schulen
– sie für Entspannung sorgen und sogar Spastiken lösen beziehungsweise verbessern
– sie Sprech- und Lernbereitschaft sowie Sprachfähigkeit fördern

Therapiehunde begleiten ihre Besitzer zu verschiedenen Einzel- oder Gruppentherapiesitzungen und stehen den Menschen dort auf verschiedene Art und Weise zur Verfügung. Dabei unterscheidet man zwischen aktiven Therapiehunden, die die zu behandelnden Personen „aktiv“ zu etwas auffordern (etwa mit ihnen zu spielen), und reaktiven Therapiehunden, die eher abwartend auftreten und sehr empathisch auf die Befindlichkeiten der Patienten reagieren.

Siberian Huskies sind durch ihr offenes, verschmustes Wesen sehr gut als Therapiehunde geeignet. Allerdings muss man hier auch den richtigen Welpen mit passenden Charakter wählen- auch beim Siberian Husky gibt es starke charakterliche Unterschiede. Hier sollte ein in sich ruhender, unerschütterlicher Hund gewählt werden, der gerne im Mittelpunkt steht und gestreichelt wird und auch auf körpersprachliche "Fehler" von Menschen nicht übermäßig oder überschießend reagiert. Generell kann man sagen, dass Siberian Huskies eher als reaktive Therapiehunde geeignet sind, da sie aktiv meist nur zum streicheln auffordern und weniger Spielen (v.a. Apportieren sie in 95% der Fälle nicht).

Sollten Sie Interesse an einem Therapiehund haben, nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf. Wir leisten gerne entsprechende Vorarbeit und helfen Ihnen bei der Auswahl eines geeigneten Welpens. 

8) Zughundesport/Schlittenhundesport (Ausrüstung, Rennen, Verbände, Training, Grundlagen)

Der Zughundesport ist eine uralte Tradition und Sportart, die z.B. vor tausenden von Jahren den Ureinwohnern in Sibirien (Chukchis) das Überleben sicherte. Neben dem Transport von Ressourcen, Beute und Personen entwickelte sich vor allem in Alaska der Zughundesport schnell zu einer beliebten Sportart während des Goldrausches und ist bis heute beliebt. 

Welche Arten von Zughundesport gibt es? 

  • Canicross (Cani X Run): 

  • Bikejöring (Cani X Bike)

  • Scooter fahren (Cani X Scooter I-II)

  • Skijöring 

  • Trainingswagen/Trikefahren

  • Pulkafahren

  • Schlittenfahren

Was benötige ich für die Ausübung von Zugsport?

  • einen Lauffreudigen Hund 

  • ein passendes (!!!) X- oder H-Back Geschirr z.B. von phönix dogshop, Uwe Radant, Manmat oder Nonstop

  • Ein Halsband mit Ring zum einhängen

  • eine Zugleine am besten mit Rückdämpfer

  • ein Fahrrad, einen Bauchgurt, einen Scooter, bei mehr als 2 Hunden einen Trainingswagen, ein Trike oder einen Schlitten

Was sollte mein lauffreudiger Hund haben / können:

  • keine schmerzhaften Erkrankungen

  • keine Erkrankungen des Bewegungsapparats (nur in Absprache mit Tierarzt und Physiotherapeut)

  • optimalerweise eine HD (+ ED) Untersuchung 

  • Mind. 12 Monate alt sein für volle Zugbelastung (erste Kommandotrainings und kurze Strecken unter 2km gehen auch zw 7 und 12 Monaten)

  • Links/rechts Kommando ("gee" und "haw")

  • "Line out" für Leine spannen, "Go" oder "Hike" für los

  • "Stop" für stehenbleiben

  • "on by" um auf eine Wegseite zu fahren